Geniale Musiker und Instrumentenbauer
Ihre Instrumente sind weltweit gefragt
Beide wuchsen am Unterrain auf, gingen in Dörlinbach zur Schule und spielten in der örtlichen Musikkapelle. Sie hatten schon früh den Hang zu nicht alltäglichen Musikinstrumenten. Der eine ist Helmut Moßmann (Jahrgang 1949). Der andere ist Franz Günther Schüssele (Jahrgang 1952), der hier im Ort eigentlich immer nur Franz genannt wurde.

Instrumenten-Erfinder Franz Schüssele
Lied zu einer brisante Geschichte
Doch zunächst zurück zum Leiter und Frontmann der „Gälfiäßler“, zu Franz Schüssele, der sich im Jahre 2015 in seiner alten Heimat ordentlich Gehör verschaffte – in seiner für ihn typischen Art. Aber nicht durch einen Auftritt mit seiner Kultband „d’ Gälfiäßler“, wie man meinen könnte, sondern mit einem musikalischen Auftritt auf der Internetplattform YouTube. Schüssele, inzwischen auch ein weithin bekannter Alphorn-Solist und Instrumentenbauer, nahm sich damals einer brisanten Geschichte rund um das Dörlinbacher Kapellchen auf dem Kappelberg an und schrieb dazu ein Lied. Unter dem Titel „General-Verdacht im Schuttertal“ erschien ein Videoclip auf besagter Internetplattform (siehe dazu auch unter dem gleichnamigen Blog-Beitrag „General-Verdacht im Schuttertal“ vom 25. August 2021). Der 1952 in Dörlinbach geborene Schüssele griff damit noch einmal jene Vorkommnisse auf, die im Frühsommer 2015 in seiner früheren Heimatgemeinde gehörige Wellen schlugen. Zugleich übte im Zusammenhang der Geschehnisse harsche Kritik an der Kirche. Nicht nur im Lied, auch in lokalen Medien kritisierte er nämlich die damalige Vorgehensweise der verantwortlichen Kirchenleute. Das Video zum Lied „General-Verdacht im Schuttertal“ findet ihr nicht nur auf YouTube, sondern ist natürlich auch auf unserer Video-Seite abrufbar.
Die Mehrzahl der Videos, die von dem ehemaligen Dörlinbacher auf YouTube und anderswo im Netz kursieren, beinhalten jedoch dessen Genialität als Alphorn-Solist und Instrumentenbauer. Und da gab und gibt es für den ehemaligen Dörlinbacher scheinbar keinerlei Grenzen. So findet sich in seinem Sammelsurium unter anderem auch eine Karotten-Klarinette, eine Kürbis-Oboe sowie eine Rettich-Trompete. Es sind sozusagen „vergängliche“ Instrumente. Zum Teil werden diese sogar von Franz Schüssele live vor Publikum gebaut – und hinterher natürlich auch gleich wieder genüsslich verspeist. Sein Leib- und Mageninstrument ist jedoch das Alphorn. Sein erstes Alphorn bekam Schüssele übrigens nicht aus der Schweiz, sondern aus dem Elsass – von einem Pastor. Der gelernte Posaunist, der seit vielen Jahren in der Alphorn-Szene unterwegs ist, spielt nicht nur auf dem Blasinstrument und komponiert eigene Stücke, sondern baut und verkauft sogar sein eigenes entwickelte Alphorn – das sogenannte „Franzenhorn“ – in alle Welt. Und unter seinen Kompositionen befindet sich zudem eine ganze Alphorn-Messe. Spätestens mit diesem Werk wurde der Multi-Instrumentalist zu einem international bekannten Alphornisten.
Dudelsackbauer Helmut Moßmann
Veröffentlicht am 24. September 2021 / red
Visuelle Impressionen zur Geschichte:
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