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Festliche Randgeschichten

Lesedauer: 3 Minuten

Der Schwibbogen von Dörlinbach

Die Tradition des Schwibbogens hat in den letzten Jahren an Präsenz verloren, doch bei der Feier zum 800-jährigen Bestehen von Dörlinbach erlebte dieser Brauch ein beeindruckendes Comeback. Unter einem festlichen Torbogen, umhüllt von frischem Tannenreisig und geschmückt mit über 800 weißen und roten Papierröschen, strömten die Besucherinnen und Besucher auf das Festgelände. Ein Anblick, der nicht nur die Vorfreude auf das Festgeschehen weckte, sondern auch Gespräche anregte und Erinnerungen an frühere Feste heraufbeschwor.
Abbau des Schwibbogens: Nach einem gelungenen Fest muss der Torbogen wieder weichen. Was tagelang aufgebaut wurde verschwindet an einem einzigen Tag.
Der letzte große Schwibbogen in Dörlinbach war 1994 zur Heimatprimiz von Pfarrer Ewald Billharz aufgestellt worden. Doch nun, fast drei Jahrzehnte später, stand er wieder – in modernem Gewand, gefertigt aus stabilen stählernen Trägerelementen, aber dennoch mit einem Hauch von Nostalgie. Die Entscheidung gegen eine Holzkonstruktion spiegelte das Bedürfnis nach Stabilität wider, während die Ummantelung mit Tannenreisig den liebevollen Charme vergangener Zeiten bewahrte.
Abbau des Schwibbogens: Nach einem gelungenen Fest muss der Torbogen wieder weichen. Was tagelang aufgebaut wurde verschwindet an einem einzigen Tag.
Außenwandgemälde in der Brandhalde (Anwesen Kaspar). Hans Buschs Erstlingswerk an Dörlinbachs Hauswänden, das er im August 1975 fertigstellte.
Das Werk ist vollendet. Ein festlicher Torbogen mit über 800 Röschen begrüßt die Gäste beim großen Jubiläumsfest.
Im Mittelpunkt dieser festlichen Gestaltung stand Anna Maria Häußermann, die mit ihrem unermüdlichen Einsatz die Papierröschen in kunstvoller Handarbeit herstellte. Über ein ganzes Jahr hinweg widmete Annemarie, wie sie im Ort gerufen wird, unzählige Stunden dieser Aufgabe. „800 Röschen sollten es sein“, hatte sie ursprünglich geplant. Doch schließlich übertraf die 73-Jährige sich selbst und produzierte gleich 900 – ein bewusster Schachzug, denn diese zusätzlichen Röschen fanden ihren Platz im Festzelt und auf dem Festgelände. Ihr Engagement wurde mit anerkennenden Worten der Gäste belohnt: „So etwas macht man heutzutage kaum noch!“
Eine Geschichte von Gemeinschaft und Erinnerung
Die Gespräche um den Schwibbogen drehten sich jedoch nicht nur um seine künstlerische Ausgestaltung. Vielmehr versammelten sich alte Bekannte und neue Gesichter, um ihre Erinnerungen an ähnliche Veranstaltungen auszutauschen. „Damals gehörte so ein Schwibbogen einfach dazu!“, erzählte ein älterer Besucher, während eine Gruppe junger Leute im Hintergrund mithalf, die festliche Stimmung mit Musik und Tanz zu beleben. Hoch oben am Schwibbogen prangte die Zahl „800“, in dicken hölzernen Lettern geschrieben. Diese Zahl war nicht neu – sie hatte bereits im benachbarten Schweighausen während dessen Jubiläumsfeier 2019 für Aufsehen gesorgt. Dennoch erhielt sie in Dörlinbach eine eigene Bedeutung, als Symbol der Gemeinschaft und des Zusammenhalts, das die Vergangenheit mit der Gegenwart verknüpfte.
Ein Fest für die Sinne
Das Pfingstwochenende in Dörlinbach wurde durch den Schwibbogen und die damit verbundenen Geschichten zu einem Fest für die Sinne. Besucher schwärmten von der festlichen Atmosphäre, die durch Gemeinschaft, Kreativität und Tradition geprägt war. So wurde der Schwibbogen nicht nur zum optischen Hingucker, sondern auch zum Bindeglied zwischen den Generationen. Die Freude und Begeisterung, die dieses Ereignis hervorrief.

Veröffentlicht am 21. Juni 2025 / red

Visuelle Impressionen zur Geschichte:

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