Auch in der öffentlichen Sicherheit gab es erfreuliche Nachrichten: Zum 1. Oktober wurde in Dörlinbach wieder eine Polizeidienststelle eingerichtet. Als Polizeidiener wurde der bekannte Gemeindediener Adolf Billharz gewählt, der diesen Posten bereits vor dem Krieg von 1934 bis zur Aufhebung der Polizeidienststelle innehatte. Seine Rückkehr wurde von der Bevölkerung mit großer Zustimmung aufgenommen.
Neue Impulse und Leben in die Gemeinde
Unter dem Lastwagen war ein Fußgänger eingeklemmt, während im verunglückten Pkw ein schwerverletzter Fahrer und ein Baby auf Rettung warteten. Mit hydraulischem Rettungsgerät befreiten die Einsatzkräfte die Verletzten, ebenso den Lastwagenfahrer aus dem „deformierten“ Führerhaus. Parallel gingen Atemschutztrupps in das stark verrauchte Gebäude vor und retteten zehn eingeschlossene Personen, teils auch über die Drehleitern aus Lahr und Elzach. Die Brandbekämpfung erfolgte im Innenangriff wie auch extern über die Drehleitern. Viele der „Verletzten“ waren Puppen-Attrappen, einige jedBaulich tat sich im Dorf ebenfalls einiges. Zahlreiche neue Wohn- und Geschäftshäuser entstanden, die das Ortsbild bereicherten. Kaufmann Josef Billharz hat mit viel Engagement und einem modernen Konzept seinen neuen Textilwarenladen in seinem Wohn- und Geschäftshaus in der Hauptstraße eröffnet. Schon kurz darauf folgte Elektromeister Alois Singler, der zugleich als Bürgermeister tätig ist, mit der Eröffnung seines Geschäfts direkt beim Rathaus – ein frischer Wind für das Dorfzentrum, der neue Impulse und Leben in die Gemeinde bringt. Das Gasthaus „Zum Löwen“ erhielt eine neue, einladende Treppe, die den Gästen den Zugang erleichterte. Entlang der Hauptstraße wurde der Schulplatz mit einer Einfriedung aus Tannenbäumen verschönert, die nicht nur Schutz bot, sondern auch für eine gemütliche Atmosphäre sorgte. Und dann gab es noch eine Nachricht, die kaum jemand mehr für möglich gehalten hatte: Die Dorfstraße, lange Zeit ein Ärgernis für alle Passanten wegen ihres schlechten Zustands, sollte endlich eine neue Decke bekommen. Die Schuttertalstraße, die bislang als Schrecken vieler galt, wird von Dörlinbach-Höfen bis zur Abzweigung nach dem Streitberg mit einer neuen Teerdecke versehen. Trotz des nahenden Winters hat die Firma Watter aus Lahr bereits mit den Arbeiten begonnen – ein Zeichen dafür, dass sich das Dorf auf eine bessere Infrastruktur freuen kann.
och wurden von Mitgliedern der Jugendfeuerwehr überzeugend dargestellt.
Die älteste Einwohnerin, Gertrud Göppert, geborene Künstle, durfte am 27. Oktober ihren 86. Geburtstag begehen – ein stolzes Alter, das sie mit ihrer Familie und Freunden in gemütlicher Runde feierte. Ebenfalls ein besonderer Anlass war der Geburtstag von Josefine Wehrle, der drittältesten Bewohnerin und bekannten Alt-„Löwen“-Wirtin, die am 9. Juli ihren 82. Ehrentag beging. Dieser Tag war nicht nur für Josefine ein Meilenstein, sondern auch historisch bedeutsam: Großbritannien hatte an diesem Tag als erste der westlichen Alliierten offiziell den Kriegszustand mit Deutschland beendet – ein Moment, der Hoffnung auf Frieden und Neubeginn brachte. Nur wenige Wochen zuvor machten sich viele Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner auf den Weg nach Schönstatt, um bei den Einkleidungsfeierlichkeiten der jungen Maria Zehnle dabei zu sein. Maria, die aus Dörlinbach stammt, wurde dort zur Schönstätter Marienschwester Maria Dignata. Stolz und mit herzlichen Glückwünschen aus ihrem Heimatdorf begleiteten sie die Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner auf ihrem neuen Lebensweg.
Lehrertausch und Schwestern-Abschied
Auch in der Schule gab es Veränderungen: Zum Ende des Schuljahres wurde Lehrer Siegfried Reiß an die Volksschule in Oberhausen versetzt. Sein Nachfolger, Josef Junker, kam mit frischem Elan aus Oberhausen nach Dörlinbach und übernahm zu Beginn des neuen Schuljahres die Klassen. Eine weitere Personalie: Zum großen Bedauern der gesamten Dorfgemeinschaft musste Schwester Anscaria, die langjährige Krankenschwester vom Mutterhaus Erlenbad, Dörlinbach verlassen. Zehn Jahre lang hatte sie sich mit unermüdlichem Einsatz und großer Hingabe um die Kranken und Bedürftigen im Dorf gekümmert. Oft wurde sie mitten in der Nacht, bei Wind und Wetter, zu Kranken oder Sterbenden gerufen. Viele schlaflose Nächte verbrachte sie an deren Bett, pflegte, tröstete und linderte ihre Schmerzen mit liebevoller Fürsorge. Ihr Wirken war ein wahrer Segen für das Dorf, und ihr Abschied fiel allen schwer. Mit großem Dank und tiefster Anerkennung verabschiedete sich die Dorfgemeinschaft von Schwester Anscaria, die nach Efringen bei Freiburg versetzt wurde. Ihr Platz im Herzen der Menschen von Dörlinbach bleibt unvergessen.
Die traditionsreiche Dorfschmiede kann auf eine beeindruckende Geschichte von über 150 Jahren zurückblicken. Im Jahr, in dem Schmied Karl Edte aus Biberach nach Dörlinbach kam und die Schmiede übernahm, wurde die lange Linie der Handwerkskunst fortgesetzt, die 1797 von Bernhard Haberstroh begründet wurde. Auch bei der Schuh- und Kolonialwarenhandlung Johann Georg Ohnemus gab es Grund zum Feiern: Im Spätherbst blickte das Geschäft auf stolze 100 Jahre zurück. Bereits rund 70 Jahre zuvor hatte man eine kleine Schuhmacherwerkstatt angegliedert, die sich im Laufe der Zeit zu einem angesehenen Handwerksbetrieb entwickelte. Vater Johann Georg und sein Sohn Karl arbeiten Hand in Hand und genießen weit über die Dorfgrenzen hinaus hohes Ansehen und große Wertschätzung. Ein weiterer Höhepunkt des Jahres war der Auftritt der Musikkapelle im Juni. Unter der Leitung von Dirigent Kaub präsentierten sie sich bei den Wertungsspielen in Biberach so überzeugend, dass sie die Note „gut“ erhielten – ein beachtlicher Erfolg, der im Dorf mit viel Applaus gefeiert wurde. Das Stück, mit dem sie dort glänzten, erklang kurz darauf beim traditionellen Johannisfest auf dem Dorfplatz. Dort versammelten sich nach dem Festgottesdienst Jung und Alt, um gemeinsam die Musik in vollen Zügen zu genießen. Dörlinbach war damals noch eine Pfarrkuratie, liebevoll betreut von Pfarrer Josef Schmid, der das Dorf seit 15 Jahren seelsorgerisch begleitet. Im Mai konnte er sein silbernes Priesterjubiläum feiern – ein Anlass, der mit Dankbarkeit und dem Wunsch verbunden war, dass Dörlinbach eines Tages zur eigenständigen Pfarrei werden möge.
Pulsierendes Kulturprogramm
Das Jahr 1951 brachte in Dörlinbach ein lebendiges und abwechslungsreiches kulturelles Programm, das die Dorfgemeinschaft immer wieder zusammenführte und begeisterte. Das Dorf pulsierte vor Theater, Musik und sogar Zirkus, die für Abwechslung und Freude sorgten. Im April verwandelte sich der sonst so ruhige Ort in eine bunte Zirkuswelt, als der Zirkus Rolani seine Zelte aufschlug. Groß und Klein waren fasziniert von den artistischen Darbietungen, den Tieren und der magischen Atmosphäre, die den Alltag für einige Tage vergessen ließ.
Veröffentlicht am 20. Juli 2026 / red
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