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Am Anfang stand eine Kapelle

Lesedauer: 3 Minuten

In gut 75 Monaten jährt sich der Weihetag zum 900. Mal

Im Jahr 1975 feierten wir stolz das 800-jährige Jubiläum unseres Dorfes – ein Ereignis, dem auch diese Internetplattform gewidmet ist. Hier halten wir auch weiterhin die Geschichte lebendig: mit neuen Blog-Beiträgen, Fotos und spannenden Geschichten aus vergangenen Tagen. Doch schon damals war klar: Unser Dörlinbach ist weitaus älter als diese 800 Jahre.
Noch heute sind Überbleibsel der Kapelle am Südportal der Pfarrkirche St. Johannes sichtbar.
Der wahre Ursprung unseres Ortes liegt tief verwurzelt in der Geschichte, wie uns die einstige Dreifaltigkeitskapelle beweist. Diese Kapelle aus romanischer Zeit, die leider 1922 dem Bau unserer heutigen, größeren Kirche weichen musste, wurde am 9. Juli 1132 von Bischof Ulrich II. von Konstanz „Zu Ehren der Heiligen Dreifaltigkeit“ geweiht. Ein bedeutungsvoller Moment, der den Grundstein für unsere Gemeinschaft legte.
Außenansichten der Kapelle Zur Heiligen Dreifaltigkeit. Aufnahmen sind aus den 1910er-Jahren.
Außenwandgemälde in der Brandhalde (Anwesen Kaspar). Hans Buschs Erstlingswerk an Dörlinbachs Hauswänden, das er im August 1975 fertigstellte.
Innenansichten der Kapelle Zur Heiligen Dreifaltigkeit – der Chorraum.
Noch heute sind Überbleibsel dieser Kapelle an der Pfarrkirche St. Johannes sichtbar: Ein Würfel-Kapitell und ein Masken-Kapitell schmücken die Gewändestützen des Südportals und erzählen vom alten Westportal, durch das früher die Gläubigen in die Kapelle eintraten. Wäre die Weihe der Kapelle ein unumstößliches Datum, könnten wir im Jahr 2032 tatsächlich das 900-jährige Bestehen feiern. Allerdings beruht diese Angabe auf einer Kopialüberlieferung aus dem 16. Jahrhundert, die urkundlich nicht ganz gesichert ist. Doch das ändert nichts an der historischen Bedeutung dieses Datums!
Dorf schon viel länger besiedelt
Noch faszinierender ist die Tatsache, dass unser Dorf schon viel länger besiedelt sein könnte: Zwischen 900 und 1000 n. Chr. soll hier bereits ein Siedlungsmittelpunkt mit Klosterhof und Kapelle entstanden sein. Dies zeigt die Chronik der Klosterbesitzungen im Oberen Schuttertal, verfasst von Pater Bernadus Stöber im 18. Jahrhundert. Und auch der Heimathistoriker Emil Ell wies bereits vor über 50 Jahren anlässlich der 750-Jahr-Feier darauf hin, dass die Wurzeln Dörlinbachs womöglich noch tiefer reichen.
Das einstige Herzstück unserer Gemeinschaft
Ob nun 900 oder gar mehr Jahre – die Geschichte unseres Dorfes ist reich und lebendig. Sie verbindet uns mit einer langen Tradition, deren Spuren bis heute sichtbar sind. Und so blicken wir voller Vorfreude auf kommende Jubiläen, an denen wir gemeinsam die Vergangenheit ehren und die Zukunft gestalten. Denn am Anfang von allem stand die Kapelle – das Herzstück unserer Gemeinschaft über Jahrhunderte hinweg. Und wer weiß – vielleicht feiern wir in 2300 Tagen deren 900. Weihetag?!

Veröffentlicht am 23. März 2026 / red

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