Der Schwibighof (Schwiebichhof)
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Eine Geschichte des Wandels und der Hoffnung
Der Schwibighof, in Dörlinbach gelegene wuchtige Zeuge vergangener Tage, hat eine Geschichte, die in Nebel gehüllt und gleichzeitig von einem reichen Erbe geprägt ist. Obwohl es nur spärliche schriftliche Aufzeichnungen gibt, lässt sich doch ein faszinierender Lebenslauf dieses Hofes nachzeichnen. Ursprünglich war der Schwibighof wohl Teil des weitläufigen Hub-Hofguts, das die Region prägte.

Im Familienteil des Dörlinbacher Heimatbuchs wird Matthias Hupfer, geboren 1770 in Schweighausen, als erster Bauer im „Schwiebich“ aufgeführt. Seine Heiratsurkunde aus dem Jahr 1799 mit Magdalena Klauser, der Tochter eines Hub-Bauern, markiert den Beginn einer neuen Ära auf dem Hof. Zusammen hatten sie sechs Kinder, doch nur der jüngste Sohn Landolin, geboren 1812, hinterließ irgendwann seine Spuren als Nachfolger.
Die Nachfolgegeschichte des Schwibighofs gleicht einem bunten Mosaik aus Schicksalen und Familiendramen. So heiratete Landolin 1835, dem Jahr als das heutige Hofgebäude erbaut wurde, Kreszentia Eble, die ihm stolze 14 Kinder schenkte – überwiegend Mädchen, während die Buben oft nicht lange lebten. Ein weiteres Rätsel bleibt, wie genau der Hof an die Familie Schüssele überging.
Die Schüssele-Dynastie
Anton Schüssele, geboren 1812, trat im Mai 1845 in die Fußstapfen seiner Vorgänger, als er Luitgard Zehnle heiratete. Seitdem bleibt das Gehöft am westlichen Waldrand der Hub in den Händen der Schüssele-Dynastie. Diese Sippe stellte über Generationen die Bauern im Schwibig. Antons ältester Sohn, Franz Josef, heiratete Verena Wangler und brachte zehn Kinder zur Welt. Doch auch hier blieb der Hof nicht vom Schicksal verschont. Der nächste Hofbauer, Anton Schüssele (1870 bis 1936), heiratete Theresia Ringwald und zeugte acht Kinder. Der letzte, der tatsächlich den Schwibighof bewirtschaftete, war Anton Schüssele (1909 bis 1976). Er übergab den Hof an seinen Sohn Josef, der jedoch der letzte in dieser langen Reihe von Bauern sein sollte. Heute, in der Stille und Leere des Hofgebäude, scheint die Geschichte nur noch im Flüstern des Windes und des bis heute noch plätschernden Hofbrunnens weiterzuleben.
Eine neue Zukunft für den Schwibighof
Doch die Zeiten ändern sich, und mit ihnen die Geschichten. Die Pacht des Hofgeländes läuft im Dörlinbacher Jubiläumsjahr aus, und ein neuer Besitzer plant bereits, frischen Wind in den Schwibighof zu bringen. Der aktuelle Eigentümer in Späh hat große Pläne – er möchte den Hof wieder mit Leben füllen. Vielleicht wird er durch innovative Ideen und neue Gesichter bald wieder ein Ort des Austauschs und der Gemeinschaft sein. Es bleibt spannend zu beobachten, wie der Schwibighof nach all den Jahren des Stillstands in eine neue Ära eintreten wird. Und vielleicht wird die nächste Generation in diesen historischen Mauern erneut ihren Platz finden und die Geschichte des Hofes mit eigenen Kapiteln bereichern. Der Schwibighof mag leer stehen, doch das Potenzial für Neues schimmert bereits durch die Ritzen der alten Wände.
Die Bauersfamilien auf dem Schwibighof:
Matthias Hupfer (1770 bis 1847)
verheiratet mit Magdalena Klauser (1770 bis 1827)
Landolin Hupfer (1812 bis 1854)
verheiratet mit Crescentia Eble (1810 bis 1863)
Anton Schüssele (1812 bis 1894)
verheiratet mit Luitgard Zehne (1810 bis 1882)
Franz Josef Schüssele (1837 bis 1909)
verheiratet mit Verena Wangler (1842 bis 1923)
Anton Schüssele (1870 bis 1936)
verheiratet mit Theresia Ringald (1883 bis 1922)
Anton Schüssele (1909 bis 1976)
verheiratet mit Theresia Singler (Jahrgang 1914)
Josef Schüssele (Jahrgang 1948)
ledig
Veröffentlicht am 15. März 2024 / red
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