Derlebacher G’schichtle Folge 44
Heidelbeersammeln am Fohrenbühl

Näheres zu den Erwachsenen-Scharmützel im Ettenheimer Wald könnt ihr in dem G’schichtle „Vum hondfeschde Schtrid um Heibere“ vom 10 Mai 2022 (Folge 24) nachlesen. Wenn sich die Wege der Dörlinbacher und Schweighausener Schulkinder kreuzten, ging das Geplänkel meist so: „Mäck, mäck, mäck!“ riefen die Dörlinbacher Kinder, und die Antwort kam prompt: „Derlebacher Stumpe hän d’ Hose voll Lumpe!“ Eine regelrechte „Wort-Schlacht“ entbrannte, und wer gedacht hätte, dass der Fohrenbühl nur für Heidelbeeren bekannt ist, der hatte sich gründlich geirrt.
Die beiden Geschwister schlossen ihren Schulaufsatz mit einem kleinen Schmunzeln – heute, so stellten sie fest, habe man es doch viel leichter. Die Heidelbeeren waren nicht nur eine köstliche Nascherei, sondern auch eine willkommene Einnahmequelle, die manchen Kindertraum erfüllte. Und für all jene, die mehr über die Heidelbeer-Abenteuer erfahren möchten, sei auch auf das G’schichtle „Mit Fahrrad und Nachthemd ins Gefängnis“ vom 6. Februar 2022 (Folge 13) hingewiesen, in dem eine besondere Raffel (Heidelbeerkamm) eine wichtige Rolle spielt.
Kleiner Service
Das Heidelbeerlied (Dialekt):
Ihr Lüt wänd ihr here,
mr kumme us d’ Beere,
d’ Heiberwulf isch nit zu nis kumme
het is alli Heidelbere gnumme.
S’ Kerbli isch voll und s’ Becherli leer,
wenn i nur dr heim bliewe wär!
Übersetzung:
Ihr Leute wollt ihr hören,
wir kommen aus den Beeren.
Der Heidelbeer-Wolf ist nicht zu uns gekommen
und hat uns alle Heidelbeeren genommen.
Das Körblein ist voll und das Becherlein leer,
wenn ich nur daheim geblieben wäre.
Veröffentlicht am 1. August 2024 / red
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