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Die Fasent 2025 ist Geschichte

Lesedauer: 3 Minuten

Kleine Rückschau auf die fünfte Jahreszeit

Mit dem Aschermittwoch läuten wir nicht nur das Ende der närrischen Tage ein, sondern zelebrieren auch einen besonderen Moment des Innehaltens und Rückblicks. In unserer Region bedeutet das vor allem: Die Fasent 2025 ist vorbei! Doch bevor wir uns in die beschauliche Ruhe des Alltags zurückziehen, wollen wir noch einmal gemeinsam die unvergesslichen Momente dieser bunten Saison Revue passieren lassen.
Fasnachtssonntag: Impressionen vom und rund um den Fasentsumzug. Auch zwei Gastzünfte aus der Nachbarschaft waren mit dabei.

Bereits früh im Januar eröffneten die Säcklistrecker Gugge mit ihrem traditionellen Säckli-Ball in der festlich geschmückten Turn- und Festhalle die Fasent-Saison. Dieses Spektakel, liebevoll als „Gießkännle-Feschd“ bezeichnet, bot wieder einmal eine atemberaubende Show. Über diesen fulminanten Auftakt haben wir ausführlich in unserem Blog-Beitrag „Das neue Gesicht der Säcklistrecker“ vom 15. Januar 2025 berichtet. Im Februar folgte an selbiger Stätte die „Babajaga-Nacht“ der Bremsdorfer Narrenzunft – gespickt mit einem mitreißenden Männerballett und begeisternden Guggemusiken.

Fasnachtsdienstag: Impressionen von der Fasentsverbrennung auf dem Lieberatsberg. Die Flamme des Lumpi 2025 brach zur letzten Reise auf. Adieu, Fasent 2025!
Außenwandgemälde in der Brandhalde (Anwesen Kaspar). Hans Buschs Erstlingswerk an Dörlinbachs Hauswänden, das er im August 1975 fertigstellte.
Fasnachtssonntag: Impressionen vom und rund um den Fasentsumzug. Auch zwei Gastzünfte aus der Nachbarschaft waren mit dabei.
In der fünften Jahreszeit steht vom Schmutzigen Donnerstag bis zum Fasnachtsdienstag für viele die „normale Arbeit“ still – besonders für jene, die die närrischen Veranstaltungen organisieren. Hier im Ort begann es wie gewohnt mit der Schülerbefreiung am Vormittag, gefolgt von der aufregenden Rathausübernahme mit der Übergabe des Schlüssels. Diese Tradition wird seit 2006 zelebriert, als die Bremmen, Schluchwaldhexen und Säcklistrecker erstmals das Dörlinbacher Rathaus stürmten und den damaligen Bürgermeister Carsten Gabbert „entmachteten“. Seitdem hat sich die Zeremonie etabliert, wurde jedoch mehrfach angepasst. Unter Bürgermeister Matthias Litterst verläuft sie nun wie vielerorts mit einer obligatorischen Schlüsselübergabe und einem pressewirksamen Foto auf der Rathaustreppe.
Der Nachmittag gehört den Kindern
Der Nachmittag des Schmutzigen Donnerstags ist fest den Kindern gewidmet. In den vergangenen Jahren hat die Kinderfasent, früher einst der Höhepunkt am Fasnachtsmontag, nun ihren Platz am „Schmutzigen“ in der Turn- und Festhalle gefunden. Die aktuelle Veranstaltung für den Narrennachwuchs bot wieder jede Menge bunter Spiele und ein peppiges Bühnenprogramm, das mit dem Auftritt der Säcklistrecker Gugge abgerundet wurde. Die Kinder durften auch die Instrumente der Gugge ausprobieren, was vor allem bei den Trommlern für großen Spaß sorgte. Angeführt von der Guggemusik ging es dann nach draußen – im Schlepptau die versammelte Narrenschar in Omas oder Opas Nachthemden. Der Hemdglunkerumzug stand an! In der Dorfmitte wurde unter den Klängen der Guggemusik der Narrenbaum mit dem Fasentswächter, dem Fasentslumpi, in die Senkrechte gebracht. Von der Engel-Treppe aus wurde die närrische Proklamation für die heiße Phase verkündet, bevor die Narrenschar den „Schmutzigen“ im närrisch dekorierten „Engel“ ausklingen ließ.
Zwei veranstaltungsfreie Tage
Früher gab es in Dörlinbach kaum einen Tag ohne eine närrische Veranstaltung in der fünften Jahreszeit. Heute ist das anders. Aktuell bedeutete dies, dass die Närrinnen und Narren am Fasnachtsfreitag eine erste Verschnaufpause genießen konnten – zumindest für jene, die in der Region blieben! Der Fasnachtssamstag begann wie gewohnt mit dem Kesselfleischessen, veranstaltet von der Trachtenkapelle bei der Alten Schule. Und am Abend hieß es „Verkleide dich!“ – eine Motto-Party nach dem Titel „D wie Dörlinbach“, bei der Gestalten wie Dracula, Dirigent, Dalaffen sowie auch Dick und Doof zu sehen waren. Der Fasnachtssonntag ist in Dörlinbach, abgesehen von wenigen Ausnahmen, stets der große Umzugssonntag. Kurz nach Mittag versammelte sich die Narrenschar auf dem Hallenvorplatz und den umliegenden Straßen bei strahlendem Frühlingswetter. Die Sonne zeigte sich von ihrer allerbesten Seite, als der Umzug startete. Die bereits vor Jahren geänderte Umzugsstrecke ermöglichte den Zaungästen wieder einen Blick von beiden Seiten, ohne die Straßenseite zu wechseln. Angeführt von den Säcklistrecker Gugge zog der Zug die Hauptstraße hinunter zum Sandplatz, vorbei am historischen Bremmewinkel, Unterrain und Mühlweg zurück auf die Hauptstraße zur Festhalle. Mit dabei waren neben den einheimischen Vereinen und privaten Gruppen auch zwei befreundete Narrenzünfte aus der Nachbarschaft: die Ankele-Hexen aus Schweighausen und die Dal-Deifel aus Schuttertal. Ein Fasentshock der örtlichen Fasnachtsgemeinschaft, mit einem Bühnenprogramm in der Festhalle und Partystimmung im Vorzelt, rundete den Tag gelungen ab.

Endspurt auf dem Lieberatsberg

Am Fasnachtsmontag herrschte im Ort aus närrischer Sicht fast schon eine gespenstische Ruhe. Doch ganz still war es jedoch nicht – in einem Anflug von Spontaneität hatten einige Narren am Rosenmontagabend beschlossen, den Narrenbaum schon vorab zu fällen. Und so wurde der Baum kurzerhand gefällt, um ihn für das große Abschlussfeuer am darauffolgenden Fasnachtsdienstag vorzubereiten. Der Vormittag am Fasnachtsdienstag begann dann mit dem traditionellen „Nudelsupp- und Saukopfessen“ in der gemütlichen Bergggaststätte „Lieberatsbergstuben“. Hierher strömten nicht nur die eingefleischten Närrinnen und Narren aus dem Dorf, sondern auch viele Besucherinnen und Besucher aus den umliegenden Dörfern, die das herzhafte Essen und die Geselligkeit suchten. Man saß beisammen, lachte, prostete sich zu und genoss die köstliche Suppe, die nicht nur den Magen, sondern auch die Seele wärmte. Und wer sich bei der Treppe zur Berggaststätte herumtrieb, konnte ihn sofort erkennen: den „Fasentslumpi“. Ein alter Bekannter, den in wenigen Stunden sein Schicksal erwarteten sollte. Schließlich war der Moment gekommen, als die Flamme des Lumpi 2025 zur letzten Reise aufbrach. Doch, oh weh, dieses Jahr waren es auffallend viele Einheimische, die sich kurz vor der Zeremonie in Richtung Dorf verabschiedeten. Manche schienen offensichtlich einen anderen Plan zu verfolgen, als dabei zu sein, wenn die Flammen lodernd aufsteigen, und das Ende der Derlebacher Fasent mit einem letzten Feuerwerk aus Farben und Funken verkünden, bekleidet von Trommeln – tief und dumpf.

Bunte Momente in Bildern

In unserer Galerie findet ihr zahlreiche Schnappschüsse, die die bunten Momente und die Freude der Derlebacher Fasent festgehalten haben. Lasst euch von der Vielfalt und dem Zauber unserer Feierlichkeiten inspirieren und noch einmal die unvergesslichen Erlebnisse der Saison 2025 vorüberziehen.

Veröffentlicht am 10. März 2025 / red / kab

Visuelle Impressionen zur Geschichte:

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