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Palmweihe früher und heute

Lesedauer: 3 Minuten

Mit Palmstangen den Zeiger der Kirchturmuhr bewegen

Der Palmsonntag, der Sonntag vor Ostern, markiert den feierlichen Beginn der Karwoche und erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem. In vielen Gemeinden ist es Brauch, am Palmsonntag Zweige zu segnen und in einer Prozession zur Kirche zu tragen. Bei uns im Ort wurde dieser Anlass in diesem Jahr sogar schon am Samstagabend mit einem Vorabendgottesdienst und der Palmweihe in der Pfarrkirche St. Johannes eingeläutet.
Impressionen vom Vorabendgottesdienst zu Palmsonntag mit Palmweihe in der Pfarrkirche St. Johannes.
Früher fanden die Palmweihe und die Segnung der Palmenstangen immer draußen vor der Kirche statt. Dort wurden die langen, kunstvoll gebundenen Palmen stolz aufgestellt. Die Jungen wetteiferten darum, die längste und beeindruckendste Palmenstange zu besitzen – ein echter Prestigewettkampf! Das höchste Ziel war es, mit der Palmenstange sogar den Zeiger der Kirchturmuhr zu bewegen. Zwar hatte unsere Gemeinde bereits eine neue Kirche, doch der heutige Turm mit der großen Uhr entstand erst Ende der 1950er Jahre. Bis dahin befand sich die Uhr auf einem kleinen Türmchen.
Impressionen vom Vorabendgottesdienst zu Palmsonntag mit Palmweihe in der Pfarrkirche St. Johannes.
Außenwandgemälde in der Brandhalde (Anwesen Kaspar). Hans Buschs Erstlingswerk an Dörlinbachs Hauswänden, das er im August 1975 fertigstellte.
Impressionen vom Vorabendgottesdienst zu Palmsonntag mit Palmweihe in der Pfarrkirche St. Johannes.
Zum Aufstellen der schweren Palmenstangen brauchte man immer die Hilfe von Erwachsenen, denn allein waren sie kaum zu bewältigen. Nach der Weihe trug man die Palmenstangen nach Hause und stellte sie im Garten, an der Hauswand oder auch bei Verwandten und Nachbarn auf. Besonders bei Patenonkeln, Großvätern oder kinderlosen Nachbarn fand die Palmenstange einen Ehrenplatz – oft gegen ein kleines Trinkgeld und mit einer Einladung zum Mittagessen für den jungen Palmenträger. Die geweihten Zweige dienten als Schutz – man steckte sie unter den Dachbalken oder hinter ein Kreuz im Haus, um das Heim vor Blitz und Unheil zu bewahren. Diese Tradition wird in unserem Ort bis heute gepflegt.
Palmweihe: Moderner und familientauglicher
Heutzutage präsentiert sich die Palmweihe moderner und familientauglicher. Nicht mehr nur die Buben tragen Palmenstangen, sondern auch Mädchen tragen stolz ihre selbstgebastelten Kunstwerke zur Kirche, besonders die Erstkommunionkinder. Allerdings sind die Palmenstangen heute meist deutlich kleiner und handlicher als früher. Wo einst die Länge und das Gewicht zählten, steht heute die liebevolle Gestaltung im Vordergrund. Die Palmen finden ihren Platz in den Häusern und Gärten und begleiten die Vorfreude auf das Osterfest. Neben den festlichen Ritualen gehört für viele Familien bis heute das fröhliche Osterhasenjagen dazu – ein unvergessliches Erlebnis für Kinder und Erwachsene gleichermaßen.
Wunsch: Ein buntes Nest voller Eier
Ob früher oder heute – die Palmweihe verbindet Menschen mit Tradition, Glauben und Gemeinschaft. Sie ist ein Symbol des Schutzes und der Hoffnung, die gerade in der Osterzeit besonders spürbar wird. Die Redaktion wünscht allen ein buntes Nest voller Eier, erholsame Feiertage und eine wunderbare Zeit im Kreise der Familie. Denn Ostern ist nicht nur ein Fest der Freude, sondern vor allem ein Fest der Hoffnung!

Veröffentlicht am 31. März 2026 / red

Visuelle Impressionen zur Geschichte:

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