Schicksale rund um den Krieg (1)
Wilhelm Griesbaum und die verlorenen Söhne Dörlinbachs

Robert René Litty fand durch die Liebe seinen Weg nach Dörlinbach. Geboren im schweizerischen Matten bei Interlaken, hatte er ein internationales Elternhaus: Der Vater stammte aus dem Elsass, die Mutter war Schweizerin. Zunächst im Hotelfach tätig, arbeitete er unter anderem im Schnellzug Basel-Mailand. Später erlernte er das Mechanikerhandwerk, was ihn über die Schweiz, das elsässische Sennheim und Mühlhausen nach Lahr führte. Dort begegnete er Anna Deibel, eine Dörlinbacherin. Nach ihrer Heirat schufen sie sich im Ziegelgrund ein Eigenheim. René Litty engagierte sich zeitlebens für das Gemeinwohl und kümmerte sich als Rentner um die Pflege der Prinschbachhütte und der dazugehörigen Freizeitanlage. Tag für Tag wanderte er zur Hütte, um nach dem Rechten zu sehen. Sie wurde zu seinem Steckenpferd, wofür er mehrfach vom örtlichen Verkehrsverein ausgezeichnet wurde. Dieses Engagement setzte sein Sohn Daniel Litty fort, der bis heute die Anlage betreut. Lesenswert zu René Litty ist auch der Beitrag „Derlebacher G’schichtle – Folge 15“ vom 18. Februar 2022 (Göttliche und militärische Lebensretter).
Friedrich Wehrles Geburtshaus war die einst weit über die Grenzen des Schuttertals hinaus bekannte Gastwirtschaft „Zum Löwen“. Friedrich wuchs zusammen mit sieben Geschwistern mitten im Dorf auf und erlernte zunächst das Küferhandwerk, das er mit der Note „Sehr gut“ abschloss. Doch der Beruf sowie der elterliche Betrieb mussten warten: Im Ersten Weltkrieg diente er an der Westfront. Am 1. Februar 1932 übernahm er die elterliche Gastwirtschaft. Passend dazu hatte er sich mit Amalia Hämmerle auch die richtige Ehefrau ausgesucht, denn ihre Wiege stand einst im Gasthaus „Zur Sonne“ im Nachbarort Schweighausen. Über drei Jahrzehnte hinweg führten Fritz und Amalia den „Löwen“ mit viel Fleiß und Fachkenntnis. Nachdem Fritz 1966 den Gastronomiebetrieb an die nächste Generation übergeben hatte, widmete er sich den täglichen Arbeiten rund um die Gastwirtschaft, insbesondere seinem geliebten Hausgarten. Vom Frühling bis in den späten Herbst war er dort fast täglich anzutreffen und hatte immer Zeit für ein Schwätzchen. Fritz Wehrle verstarb 1982 fünf Monate nach seiner goldenen Hochzeit mit Amalia im Alter von 87 Jahren. Weitere spannende Einblicke in sein Leben und die Geschichte des „Löwen“ findet ihr in unseren Blog-Beiträgen „Nudelherstellung in Dörlinbach“ vom 21. Mai 2022 und „Gasthaus Zum Löwen“ vom 4. Juli 2022.
Einblicke in die Menschlichkeit
Veröffentlicht am 23. März 2025 / red
Visuelle Impressionen zur Geschichte:
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