Blau-Weiß-Blau
Die Farben unseres Dorfes
Bei den Farben Blau und Weiß denken viele sicherlich gleich an Bayern. Vor allem jedoch wenn es um Flaggen oder Banner geht. Allerdings hat Bayern die Farben als Rauten angeordnet. Deren Bedeutung geht übrigens ins 13. Jahrhundert zurück – rund 800 Jahre. Fast exakt so viele Jahre, wie Dörlinbach demnächst sein Dorfjubiläum feiert. Und bei diesem Dorfjubiläum werden sicherlich – so die Hoffnung – die Farben Blau und Weiß auch eine sichtbare Rolle spielen.

Von der Welt zurück in das kleine Dörlinbach, wo die Farben Blau und Weiß seit dem Jahre 1907 bis in die heutige Zeit hinein vom Radfahrverein „Schutterbund“ Dörlinbach immer wieder zur Schau getragen werden. Vor allem bei Festen und sportlichen Veranstaltungen. Insbesondere in den 1980er-Jahren, der Hoch-Zeit des Korso-Fahrens.
Warum der älteste Verein Dörlinbachs Blau und Weiß zu seinen Vereinsfarben gemacht hat geht vermutlich auf eine Entscheidung des Generalarchivs zurück. Denn im Gründungsjahr des Radfahrvereins wurde nicht nur der vom Generalarchiv gestaltete Ortswappen von der Gemeinde angenommen (siehe dazu Blog-Beitrag „Das Dörlinbacher Wappen“ vom 1. Februar 2021), sondern auch die Ortsfarben wurden vom Generalarchiv festgelegt: Blau-Weiß-Blau.
Die Farben Blau und Weiß tauchten neben weltlichen nun auch bei kirchlichen Festen auf. Doch Gelb-Weiß blieb die am häufigsten verwendete Farbe für die Kirche und deren Hochfeste. Und heute sind die blau-weißen Fahnen und Banner bei kirchlichen Anlässen gar nicht mehr präsent. Die klassische gelb-weiße Kirchenfahne der katholischen Kirche ziert den Prozessionsweg. Im benachbarten Wittelbach werden hingegen bis heute neben den gelb-weißen auch blau-weiße Fahnen an besonderen Kirchentagen gehisst. Und an weltlichen Festen hier im Ort? Da sind schon lange keine blau-weißen Fahnen mehr gehisst worden. Diese Farbkombination ist – wenn man so will – aus dem Ortsbild verschwunden. Vergessen sind beispielsweise die 1970er- und 1980er-Jahren, wo diese Beflaggung noch Bestandteil vieler Feste war. Unter anderem bei der Eröffnungsfeier der Miniaturgolfanlage im Jahre 1972. Die ganze Anlage sowie das darunterliegende Festgelände waren damals mit blau-weißen Fahnen bestückt.
Im Jubiläumsjahr 2025 werden bei der einen oder anderen Veranstaltung solche Anblicke eines blau-weißen Fahnenmeers hoffentlich wieder möglich sein. Und vielleicht hisst die Gemeinde Schuttertal am Dörlinbacher Rathaus dann auch mal wieder einen blau-weiß-blauen Banner?!
Veröffentlicht am 8. Februar 2022 / red
Das könnte Dir auch gefallen:
Das Dörlinbacher Neujahrslied – das Original
Im Laufe intensiver Recherche über das Dörlinbacher Neujahrslied ist eine vierte Version ans Licht gekommen, die uns alle überrascht hat. Von den vielen Diskussionen und...
Der Hammeltanz
Jeder kennt sie, die besonderen Bräuche und Traditionen, die unsere Dörfer lebendig halten. Eine solch farbenfrohe und fröhliche Veranstaltung war einst der Hammeltanz, ein Brauch,...
Maria im Felsen
Inmitten der Dörlinbacher Waldlandschaft fand kürzlich eine ganz besondere Einweihungsfeier statt. Auf dem „Tannenböschle“ beim historischen Totenruhplatz, einer Stätte von großer Bedeutung für die...
Das Aus für den Nierenbrunnen
In Dörlinbach ist ein Kapitel zu Ende gegangen. Der Nierenbrunnen, der – obwohl nicht im Zentrum – über fünf Jahrzehnte hinweg das Herzstück des Ortes...
Als einzige Hoffnung bleibt die Auswanderung
Im Schatten der Naturkatastrophen und jahrelangen Missernten, die das Leben im ländlichen Deutschland im 19. Jahrhundert prägen sollten, erlebten viele Menschen in Dörlinbach und den...
Ein Blick in die Vergangenheit moralischer Werte
In einer Zeit, in der gesellschaftliche Normen und Sitten von großer Bedeutung waren, spielten Ruggerichte eine zentrale Rolle in der Vermittlung von Moral und Anstand....
Kaum Zerstörung im Ort
Der Zweite Weltkrieg hinterließ kaum Zerstörung in Dörlinbach. Über die ganzen Kriegsjahre hinweg blieb der Ort von Bombenabwürfen verschont. Doch kurz vor Kriegsende gab es...
750 Jahre im Quadrat
Vielleicht hat der oder die eine noch die alte schwarze Box zu Hause. Jene legendären Kameras, die nicht die typische Form hatten, etwas klobig daherkamen...
Der letzte Gang
Wenn wir über den „letzten Gang“ sprechen, denken wir nicht an die melancholischen Klänge des gleichnamigen Trauermarsches von Michael Pobisch oder an die zahlreichen Bücher...
Straßenbahn bald auch ins Schuttertal
Am Freitag, den 29. Dezember 1995, herrschte Erstaunen unter den Lesern der Badischen Zeitung. War es wirklich wahr? Sollte eine Straßenbahn ins malerische Schuttertal kommen?...
0 Kommentare