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Aladin und seine Artgenossen

Lesedauer: 3 Minuten

Ein Storchenleben in Dörlinbach

Es ist wieder soweit: Störche zuhauf, sie stehen zahlreich auf den Wiesen und Äckern oder suchen emsig nach Futter. Für viele im Ort scheint es, als würden ihre Reihen immer dichter werden. Doch der vermeintliche Zuwachs stammt aktuell von bereits fügen Jungstörchen aus der Region, die gemeinsam auf Futtersuche gehen oder sich zu Reisegruppen für ihren Flug gen Süden zusammenfinden. Hinzu kommen durchreisende Fluggemeinschaften, die das Schuttertal als Zwischenstopp nutzen.
Auf dem Kirchendach gibt Aladin den Ton an. Er bestimmt, wer dort nächtigen darf.
In den letzten Tagen haben die drei Ortsteile zahlreiche Übernachtungsgäste empfangen – vor allem auf den Kirchtürmen und Kirchendächern, aber auch auf anderen hohen Gebäuden. Doch Dörlinbach selbst bietet derzeit eine besondere Szene, geprägt von einem ganz besonderen Storch: Aladin. Anders als mancherorts duldet er keinerlei Nestbauer-Konkurrenz, keine männlichen Rivalen und auch keine fremden Jungstörche auf dem Kirchendach.
Zwei der drei geschlüpften Küken auf der G5-Antenne haben es geschafft und wachsen zu Jungstörchen heran.
Außenwandgemälde in der Brandhalde (Anwesen Kaspar). Hans Buschs Erstlingswerk an Dörlinbachs Hauswänden, das er im August 1975 fertigstellte.
Armer Aladin: Erst ohne Nest, dann ohne Frau. Nestbau und Brautsuche sind angesagt – zusammengefasst in einer kleinen Collage.
Der Grund für diese Zurückhaltung könnte Aladins bewegende Geschichte sein: Zum Saisonstart verlor er seine einstige Partnerin Angela an den Wittelbacher Storch. Kurz vor Aladins Rückkehr wurde mit behördlicher Genehmigung das Nest auf der G5-Antenne entfernt. Innerhalb weniger Tage errichtete Aladin zwar einen neuen Horst an dieser Stelle, begann jedoch erst zögerlich mit dem Bau. In der Zwischenzeit hatte der Wittelbacher Storch Angela für sich gewonnen, die nicht zur G5-Antenne zurückkehrte. So stand Aladin plötzlich ohne Nest und Partnerin da. Mutig nahm er die Herausforderung an und baute seinen neuen Horst alleine. Bei der anschließenden Brautschau fand er Blanca – inzwischen liebevoll getauft –, mit der er zwei von zunächst drei Küken großzog. Die beiden sind leider noch nicht füge und benötigen deshalb die nächtliche Wachsamkeit ihres Vaters auf dem Kirchendach.
Aladins exklusives Revier
Das Kirchendach gilt Aladin als exklusives Revier. Dort lässt er nur Blanca und seit Kurzem – mit gebührendem Abstand – einen Fremdstorch zu. Letzterer könnte der „Erstbesetzer“ der G5-Antenne sein, der alljährlich im Juli für einige Tage in Dörlinbach verweilt. Andere durchziehende Adebare oder Jungstörche müssen hingegen weiterziehen. So zeigt sich in Dörlinbach das lebendige Schauspiel des Storchenlebens: Familienbande und Revierverhalten, Erfolg und Verlust – und immer wieder der Ruf der weiten Reise. Aladin und seine Artgenossen verzaubern uns nicht nur mit ihrem eleganten Flug, sondern auch mit ihren Geschichten.
Angela erfolgreich in Wittelbach
Auch Angela hat in Wittelbach mit neuem Partner erfolgreich gebrütet: Drei Küken konnten sie großziehen, die auch bereits füge sind. Das mittlerweile leere Nest auf der Peter-und-Paul-Kirche zeugt davon, dass die Drei fliegen können, und deren baldiger Aufbruch in die große Welt bevorsteht.

Übersicht zu den Adebar-Geschichten

Für alle, die unsere bereits erschienen Berichte zu Dörlinbachs Storchenwelt verpasst haben, erinnern wir gerne an die Blog-Beiträge „Weißstörche in Dörlinbach“ vom 4. August 2021, „Warten auf den Storch“ vom 18. Juni 2023, „Die Planungen dauerten Adebar zu lange“ vom 6. Mai 2024, „S’ Isebernharde Tanne“ vom 10. Juli 2024, „Aladin und Angela“ vom 6. November 2024, „Warten auf den Nachwuchs“ vom 6. Mai 2025 und „Aladin allein zu Haus“ vom 27. März 2026. Und auch unsere Emma hat sich schon einmal auf der Kinderseite mit Aladin, Angela und deren Storchenkinder beschäftigt. Nachzulesen unter „Storchenkunde bei Onkel Fritz“ vom 10. August 2025.

Veröffentlicht am 21. Juli 2026 / red

Visuelle Impressionen zur Geschichte:

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